Wie wir es schaffen, (uns) Engagement zu leisten.

Das Geschäftsmodell

Mit dem Untertitel 'Wie wir es schaffen, (uns) Engagement zu leisten' haben wir im März zu einem Info-Abend eingeladen. Was an diesem Abend vor allem als Utopie diskutiert worden ist, soll nun konkret beantwortet werden. Und zwar mit dem Versuch ein Geschäftsmodell für gemeinnützige Aktiengesellschaft zu entwickeln.

Konzept

Ein paar einordnende Worte vorweg. Flarity ist ein Pilotprojekt der Gesellschaft für außerordentliche Zusammenarbeit e.V.. Die Gesellschaft ist im Rahmen einer Förderung der Nationalen Stadtentwicklungspolitik auf der Suche nach neuen Modellen der gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung. Das macht sie in dem sie in gemeinsamen Prozessen herausfindet, wo Bedarfe an Ressourcen und oder Mitarbeit besteht, um dann Gemeingüter oder Open Source Software zu schaffen, die es mehr Menschen erlaubt sich aus innerem Antrieb für den eigenen Lebensraum zu engagieren. So entstehen Pilotprojekte.

Konzeptioneller Teil des Förderprojekts ist es auch ein langfristig tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln, um die Schaffung von Gemeingütern aufrecht erhalten zu können. Auf diesem Hintergrund ist die Idee einer Token-Ökonomie entstanden. Dieser Beitrag behandelt also nicht nur die Zukunftsperspektive von Flarity, sondern ist ins Gesamtprojekt eingebettet. Da die Gesellschaft ein Projekt von vielen ist, ist es wichtig zu verstehen, dass die hier zusammengefassten Ideen wirklich nur Ideen sind. Es handelt sich um einen Denkansatz mit Konjunktiv und soll als Impuls verstanden werden.

Die Gesellschaft für außerordentliche Zusammenarbeit gAG

Ein gemeinnützige Aktiengesellschaft wäre ein ausgezeichneter Träger für eine Fortführung des Projekts. Bürger*innen könnten einen Anteil der gAG erwerben und würden damit direkt in die Schaffung von Gemeingut investieren. In diesem Szenario würde Flarity den Zugang zu einer Förder-Ökonomie gewährleisten, die gemeinwohlorientierte und oder innovative Projekte einfach, schnell und demokratisch mit Fördermitteln ausstattet, um Mitarbeiter*innen mit einem solidarischen Einkommen bezahlen zu können. Flarity ist dabei neben anderer Software und Gemeingütern nur eines von vielen Produkten, die die gAG entwickelt, betreibt und verwaltet.

Was macht die Gesellschaft für außerordentliche Zusammenarbeit gAG?

Die Gesellschaft stellt die nötige Infrastruktur, analog und digital, um ein dynamisches Netzwerk zu unterstützen, das sich der Schaffung von weiteren Gemeingütern verschreibt. Dazu gehört

  • eine selbstverwaltete (regionale) Server-Infrastruktur (Für den Start könnte man auch auf vorhandene Infrastruktur bestehender Unternehmen aufbauen, hier zu bald mehr in einem separaten Beitrag)
  • Open Source Software (z.B.: Flarity oder Ressource Hub)
  • Gemeingüter (z.B. Bibliothek der Dinge oder Raumwagen)

Mit gemeinsam entwickelten (und anpassbaren) Kriterien und Regeln (auch hierzu bald mehr in einem gesonderten Beitrag) gewährleistet sie Zugang zu einer kokreativen Förder-Ökonomie (siehe 'Das alternative Wirtschaftsmodell'). Diese Förder-Ökonomie hat zum Ziel möglichst viele Gemein- oder Klubgüter zu schaffen. Auch Open Source Produkte und Dienstleistungen (z.B. Bildungsangebote) würden ins Portfolio passen. Ihr übergeordnetes Ziel soll dabei immer sein, mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, Einfluss auf ihren direkten Lebensraum zu nehmen und ressourcenschonendes bzw. klimapositives Wirtschaften zu ermöglichen.

Wie finanziert sich die Gesellschaft gAG?

Token Verkauf

Die Nutzung von Software und Infrastruktur der Gesellschaft ist für Mitglieder kostenlos, je nach Fall kostenneutral oder sehr kostengünstig.

Externe bzw. kommerzielle Nutzer zahlen Gebühren, in dem sie CCO erwerben. So ist es denkbar, dass die Nutzung von Flarity auch für kommerzielle Nutzer*innen zu ermöglichen, diese zahlen aber Beiträge durch den Erwerb von Token. Auch für das Ausleihen von Gegenständen aus der Bibliothek der Dinge können CCO erhoben werden. Wie genau das Geschäftsmodell der einzelnen Module (Pilotprojekte) aussehen kann, muss noch entwickelt werden. Ein einheitlicher Token würde allerdings an vielen Stellen den Verwaltungsaufwand minimieren.

Gemeinschaftsinvestitionen

Die Gesellschaft könnte durch Investitionen in nachhaltige Infrastrukturprojekte, aber auch in andere innovative Projekte (z.B. Digitalisierungsprojekte) Rendite erzielen, die wiederum in Schaffung von Gemeingut fließen.

Spenden und Fördermittel

Eine auf diese Größe angelegte Förderinstitution hätte das Potential größere Fördermittel und Spenden effektiver und unbürokratischer abzuwickeln. Der Verwaltungs-Overhead sowohl für Mittelgeber*innen, als auch Mittel-Empfänger*innen wäre geringer. Vor allem für das europäische Förderwesen sehen wir große Potentiale die Transparenz von Mittelvergabe zu erhöhen und gleichzeitig den Verwaltungsaufwand zu verringern. Spendengeber*innen können darüber hinaus auf ein Investment ins Gemeinwohl vertrauen.

Wie geht es weiter?

Dieses Modell ist bereits mit Hilfe von Expert*innen vorentwickelt worden. In den kommenden Wochen werden wir es vor allem mit der Community diskutieren und scharfzeichnen. Mittwoch, 20/5/2020, 16 – 18 Uhr findet ein Webinar zum Thema statt. Alle sind herzlich eingeladen, mitzudenken. Hier geht es zum Termin und Anmeldung.

Author
Tomasz Lachmann

Konzeptentwicklung

Pilotprojekt gestartet

Die Entwicklung von Flarity ist als Pilotprojekt im Rahmen eines Stadtentwicklungsprojekt gestartet.

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