Demokratische Wertschöpfung & solidarische Einkommen

Das alternative Wirtschaftsmodell

Wie können gemeinwohlorientierte Projekte dynamisch und demokratisch mit den nötigen Mitteln ausgestattet werden, um zu entstehen? Was ist demokratische Wertschöpfung und was ist das solidarische Einkommen? Hier erfahren, wie eine kokreative Ökonomie funktioniert.

Konzept

Das Problem mit Kapitalismus ist nicht das Kapital. Es geht viel mehr darum, wo es her kommt, wer es bekommt und welche Verbindlichkeiten damit einhergehen.

In unserem Wirtschaftsmodell werden CCO (Token) nicht durch einen Bankkredit vergeben, es muss auch niemand investieren oder Fördermittel zur Verfügung stellen.

CCO entstehen durch Stimmen, die jemand für ein Projekt abgibt. Die so entstehenden Token stehen der initiierenden Organisation projektgebunden zur Verfügung, um Mitarbeitenden ein s.g. solidarisches Einkommen zu ermöglichen.

Das solidarische Einkommen ist im Grunde eine Grundstundenvergütung. Die Höhe dieser Grundstundenvergütung wird demokratisch festgelegt. Schauen wir uns das Modell genauer an.

Zunächst ein paar Vokabeln:

❶ Mit Person ist eine natürliche Person gemeint. Also ein Mensch. Du, ich, alle.

❷ Mit Organisation ist eine unternehmerisch handelnde Organisation gemeint. Wir nennen sie auch Teams. Es kann sich um ein Unternehmen, eine Initiative, eine Familie oder ein Kollektiv usw. handeln.

❸ Ein Projekt entsteht aus der Idee für etwas Neues und wird von einer Organisation ins Leben gerufen. Es hat ein Ziel, ein Anfang und ein Ende.

❹ Ein Job entsteht durch ein Projekt. Es handelt sich um Arbeitsaufträge der Organisation an Personen.

❺ CCO sind Token. Die Abkürzung steht für 'Cocreative Operation'. Es handelt sich um einen handelbaren Stable Token. Das bedeutet der Token kann frei zwischen Personen getauscht werden und er hat einen festen Wert.

❻ Eine Person, eine Stimme. Sie kann für Projektfundings oder Policies (dazu später mehr) eingesetzt werden.

❼ Ein Smart Contract (zu deutsch: Schlauer Vertrag) ist eine Code basierte Automation, die nach zuvor definierten Regeln ausgelöst wird.

Was ist demokratische Wertschöpfung?

Unter demokratischer Wertschöpfung verstehen wir den Prozess der Tokenschöpfung für ein bestimmtes Projekt und zwar durch Stimmen aus der Community. Projekte die viele betreffen, erhalten so viel Kapital, Projekte, die wenige betreffen, eben weniger. Es herrscht also ein Wettbewerb für gute, dem Gemeinwohl zuträgliche Ideen. Wichtig zu verstehen ist, dass dieser Schöpfungsprozess ohne Schuld und Zins abläuft. Die entstehenden Token, können dafür lediglich projektgebunden ausgegeben werden und auch nur als solidarisches Einkommen. Gehen wir den Prozess schrittweise durch:

Von der Idee zum Projekt

Eine Organisation kann Flarity nutzen, um der Community ein Projekt vorzustellen, es von ihr abstimmen zu lassen und dadurch CCO zu generieren. Dafür werden – sehr ähnlich wie bei einer Crowdfunding-Kampagne – gewisse Eckdaten benötigt. Diese helfen zum einen der Community zu verstehen, was das Ziel des Projekts ist und welchen Umfang es hat, zum anderen sind diese Daten Grundlage für den Smart Contract, der die entsprechende Menge Tokens schaffen wird. Voraussichtlich werden Informationen wie Titel, Kurzbeschreibung, benötigte Anzahl an Personen, benötigte Anzahl an Wochenstunden, Ende der Fundingphase, Start und Ende des Projekts, evtl. Meilensteine benötigt. So entsteht ein lebendiger Marktplatz für gute gemeinwohlorientierte Ideen auf dem zwar ein Wettbewerb herrscht, aber keine sich ausschließende Konkurrenz.

Projektfunding

Innerhalb der Fundingphase kann nun jede*r, der oder die sich für das Projekt interessiert und es unterstützen will, eine Stimme abgeben.

Je mehr Stimmen zusammen kommen, je mehr Startkapital bekommt die Organisation für das Projekt. Man könnte sogar darüber nachdenken, nicht nur Startkapital für Projekte auf diesem Weg zu erzeugen, sondern auch laufende Personalkosten für Betriebe.

Das hieraus entstehende Kapital kann lediglich Projekt gebunden und auch nur als s.g. solidarisches Einkommen aufgewendet werden. So ist gewährleistet, dass viel mehr Projekte eine Chance haben zu ent- und zu bestehen. Innovationspotential würde somit besser ausgeschöpft werden. Gemeinwohlorientierte Projekte könnten sich besser professionalisieren und eine gesündere Form des Wettbewerbs wäre möglich. Darüber hinaus könnten Angebote geschaffen werden, die nicht zwangsweise kostenpflichtig sind.

Das solidarische Einkommen

Wie oben bereits angedeutet, ist das solidarische Einkommen eine Art Grundstundenvergütung. Was bedeutet das? 

Ein Beispiel: Nehmen wir an das solidarische Einkommen läge aktuell bei 10 CCO/Std. Eine Organisation, die vorab über den oben skizzierten Weg ein Projekt finanziert hat, kann also Jobs schaffen, in dem sie dieses Kapital einsetzt. Sagen wir einfach sie hat 1000 CCO gesammelt. Sie kann also Jobs in einem Umfang von 100 Std. schaffen.

Nun gibt es aber Jobs, die mit einer hohen Qualifikation, Anstrengung, Verantwortung oder dergleichen verbunden sind. Kurzum: Es gibt Jobs, die niemand für eine Grundvergütung machen will. Dafür kann die Organisation, also der Auftraggeber bzw. die Auftraggeberin zusätzliches Eigenkapital investieren. Ab hier greifen die üblichen marktwirtschaftlichen Prinzipien. Allerdings entsteht das Potential, dass niemand darum bangen muss, seinen Job zu verlieren, da es immer die Möglichkeit geben wird, etwas anderes zu tun.

Mehr zum solidarischen Einkommen schon bald in einem gesonderten Beitrag.
Author
Tomasz Lachmann

Konzeptentwicklung

Pilotprojekt gestartet

Die Entwicklung von Flarity ist als Pilotprojekt im Rahmen eines Stadtentwicklungsprojekt gestartet.

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